Biertransporter rammt Haus in Eibau
Dienstag, den 24. Januar 2012 um 10:17 Uhr
Ein Lastwagen geriet gestern auf der glatten B96 ins Schlingern, krachte in ein Haus. Die Bewohner hatten Glück im Unglück.
Familie Pfeiffer aus Eibau lag noch im Bett, als es gestern gegen 6Uhr morgens einen lauten Knall gab. Ein Lkw krachte in die Hauswand und damit in die Stube der Pfeiffers. Die Tochter der Hauseigentümerin hatte großes Glück, dass sie nicht verletzt wurde, denn sie schlief genau in dem Raum, den der Lkw-Anhänger mit voller Wucht traf, unmittelbar neben der Einschlagstelle auf dem Sofa. „Hier hatte ich die Couch ausgezogen“, zeigt sie. Das Bettzeug liegt noch da – neben Schutt, Holz und Ziegeln, die der Aufprall ins Zimmer gedrückt hat. Normalerweise wird der Raum nicht als Schlafzimmer genutzt. Aber gestern übernachtete ausnahmsweise die Tochter bei ihrer Mutter, die sonst allein hier wohnt. „Seit dem Hochwasser haben wir Bedenken, dass es wieder Wasser ins Haus drückt“, erklärt die Familie. Direkt hinterm Haus fließt das Landwasser, das aufgrund von Schnee- und Regenfällen in den letzten Tagen schon wieder bedrohlich angestiegen ist. An den Sommer vor zwei Jahren, als das schlimme Hochwasser die Oberlausitz überraschte, haben auch Pfeiffers keine guten Erinnerungen. Deswegen schlafe sie an solchen kritischen Tagen lieber im Elternhaus, erzählt die Tochter, damit die betagte Mutter im Notfall nicht auf sich allein gestellt ist.
Deshalb war die Familie auch gestern gleich vor Ort, als der Lkw, der mit Bierkästen – nicht aus der Eibauer Brauerei – beladen war, in die Hausecke krachte. Das Umgebindehaus steht direkt an der B96, nicht mal einen Meter von der Hauswand entfernt fahren jeden Tag tausende Autos vorbei. Der Fahrer des Lkw hatte gestern möglicherweise die winterlichen Straßenverhältnisse unterschätzt. Vor dem Haus der Pfeiffers, aus Richtung Ebersbach kommend, geht die Straße in eine leichte Kurve. „Vielleicht ist bei dem Transporter die Hinterachse ausgebrochen, er hat gegengelenkt und dadurch ist das Hinterteil in die andere Richtung geschwenkt und ins Haus gekracht“, mutmaßt der Sohn der Hauseigentümerin nach dem Unfall. Die Polizei will den Unglückshergang so derzeit noch nicht bestätigen. Offiziellen Angaben zufolge, ist er durch die Straßenglätte in die Hauswand gerutscht. „Ob es nur an den Straßenverhältnissen lag, oder ob auch die Ladung nicht korrekt gesichert war, wird derzeit ermittelt“, sagte Polizeisprecher Thomas Knaup von der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien. Der Sachschaden wird derzeit auf rund 40000 Euro geschätzt.
Bei Familie Pfeiffer dreht sich nun zunächst alles um die Frage, wie man das Loch im Haus schnellstmöglich wieder dicht kriegt: „Ich habe zum Glück heute frei“, sagt der Sohn der Eigentümerin. „So kann ich mich um einiges kümmern.“ Das Loch in der Hauswand hat er notdürftig mit einem Brett verschlossen und mit einer Plane abgedichtet. „Ich hoffe, dass die Versicherung schnell klärt, wie es weitergeht.“ Auch ein Statiker muss prüfen, wie sehr das Haus beschädigt ist.


Jörg Pfeiffer besieht sich die Beschädigungen am Haus seiner Mutter in Eibau. Das Gebäude steht direkt an der B96, gestern wurde es von einem Bierlaster gerammt. Schaden laut Polizei: 40000 Euro. Die Tochter der Hauseigentümerin schlief in dem Raum, der von dem Unfall in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sie hatte Glück im Unglück, sie blieb unverletzt. Der Unfall sorgte gestern früh für eine Sperrung der Bundesstraße (kleines Bild). Fotos: Matthias Weber (2),RP
(Sächsische Zeitung)

